Internistische Diabetologische Schwerpunktpraxis 

Hausärzte (HZV) Knappschaftsärzte Prosper 

Dr.med. Elke Böing Gastroenterologie 

Dr.med.Wilhelm Tinnefeld Angiologie 

46240 Bottrop

Horsterstr. 372a 

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Praxis   
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Kontiniuerliche Glukosemessung/-Aufzeichnung (CGM)

Was unterscheidet die Blutzuckermessung mit einem Kleingerät von einer kontinuierlichen Glukosemessung (CGM)?

Bei der Ihnen bekannten Blutzuckermessung mit Kleinstgeräten wird durch Gewinnung eines winzigen Blutstropfens aus der Fingerbeere, der von einem Sensorstäbchen aufgesaugt wird, der Blutzucker im Blutkreislauf nach wenigen Sekunden angezeigt. Es handelt sich also um einen Zuckerwert aus dem fließenden Blut zu einem bestimmtem festgelegten Zeitpunkt, sozusagen ein Fotoschnappschuss aus einem ganzen Tagesverlauf.


Bei der CGM hingegen wird ein ca. 2-EURO großer Sender für 6 bis 14 Tage auf die Haut des Oberarms oder des Gesäßbereichs geklebt, auf der Rückseite des Senders befindet sich ein ca. 5mm langer, sehr dünner Sensorfaden, der automatisch beim Aufkleben in die Unterhaut eindringt und dort fortlaufend, d.h. je nach Gerät ca. alle 1 bis 5 min. die Zuckerkonzentration im Gewebe misst (also nicht im fließenden Blut). Solange sich der Blutzucker nicht oder kaum verändert, sind die Werte des Blutzuckers aus der Fingerbeere und aus dem Gewebe identisch. Bei sich änderndem Zuckergehalt im Blut (z.B. nach einer Mahlzeit oder beim Sport) hinkt der angezeigte Gewebezucker des CGM-Gerätes um ca. 2 bis 15 min. hinterher. Dies muss bei der späteren Auswertung berücksichtigt werden.


Es gibt unterschiedliche Typen von CGM-Geräten:

- solche, die nur bei Annäherung eines Scanners an den Sender die Werte auf ein taschenrechnergroßes Display übertragen und dabei den aktuellen Zuckerwert sowie eine fortlaufende Zucker-Kurve der letzten Stunden anzeigen.

- solche, die während der Messdauer keinerlei Werte anzeigen, sondern bei denen die gemessenen Werte erst nach Ende Messperiode durch ein Computerprogramm auswertbar sind (dieses Gerät verwenden wir immer dann, wenn wir die Ursache für eine unbefriedigende Blutzuckereinstellung bei allen bisherigen Beratungen nicht herausfinden konnten und der Patient auch nicht durch die kontinuierliche Anzeige des Zuckerspiegels beeinflusst werden soll).

- solche Geräte (Aussehen einem Smartphone ähnlich), die fortlaufend ein Sendesignal aus dem Sensor bekommen und am Display des "Smartphones" den Zuckerverlauf anzeigen und den Patienten auch rechtzeitig vor Über- oder Unterzuckerungen warnen. Diese Geräte sind auch in der neuen Generation der sensor-unterstützten Insulinpumpen eingebaut, so dass hier im Falle einer drohenden Unterzuckerung  die Insulinzufuhr sofort vorübergehend abgeschaltet wird.


Fazit: Wenngleich die CGM-Geräte den Zuckerverrauf mit einer gewissen Verzögerung anzeigen, so erhält man doch einen sehr guten Überblick über den gesamten Tag und die Nacht, also statt eines Fotos (wie oben beschrieben) einen Film des Zuckerverlaufes.


Seit dem 16.06.2016 hat der Gemeinsame Bundesausschuss die CGM als sinnvolle Kassenleistung anerkannt und bestimmte Voraussetzungen für die Genehmigung dieses recht teuren Verfahren mitgeteilt. Leider liegen bis heute noch keine Ausführungsbestimungen vor, mit denen wir Anträge auf Genehmigung bei Ihrer Krankenkasse stellen können; ebensowenig ist festgelegt, welcher Gerätetyp in Zukunft zugelassen wird und welcher nicht, so dass wir Sie noch um etwas Geduld bitten. Dann werden wir an dieser Stelle unsere Geräte und das Vorgehen der Messungen bebildert und ausführlich erklären. Bis dahin sind wir auf die Kulanz der Krankenkassen angewiesen oder auf Ihre Bereitschaft, die Kosten von ca. 100 EUR pro 7-14 Tage selbst zu übernehmen. Vielen Dank für Ihr Verständnis!


Stand: 24.07.2016



Autor: Dr. Ulrich Tinnefeld